Kommunales E-Carsharing betreiben
- Stand:
- Juli 2025
- Erstellt:
- Mai 2026
Bewertung・4.0Praxisbeispiele・5
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Nutzen & Mehrwert
- Einsparung von Betriebs- und Verwaltungskosten: Die Durchführung durch einen lokalen Anbieter entlastet die kommunale Verwaltung; die Kommune sorgt lediglich für attraktive Rahmenbedingungen (z. B. Stellplätze, Ladeinfrastruktur) und spart Kosten im laufenden Betrieb.
- Regionale Wertschöpfung: Kooperationen mit lokalen Unternehmen, Vereinen oder Stadtwerken sichern die ökonomische Wertschöpfung vor Ort und fördern regionale Partnerschaften.
- Imagegewinn und Innovationsprofil: Kommunen mit E-Carsharing-Angeboten werden als fortschrittlich und innovativ wahrgenommen, stärken ihre Vorbildfunktion für nachhaltige Mobilität und positionieren sich als attraktive, zukunftsfähige Standorte.
- Steigende Akzeptanz für E-Mobilität und Carsharing: Sichtbarkeit im Straßenraum sowie niedrigschwellige Zugänge fördern das Bewusstsein und die Akzeptanz für gemeinschaftliche, emissionsarme Mobilitätsformen.
- Reduzierung von Individualverkehr: Das Angebot senkt Geräusch- und Abgasbelastungen und minimiert den Parkraumbedarf, wodurch Flächen für alternative Nutzungen (z. B. Grünflächen, Aufenthaltsbereiche) freiwerden.
- Unterstützung von Klimaschutzzielen: Geteilte E-Fahrzeuge leisten einen aktiven Beitrag zur CO₂- und Schadstoffminderung.
- Soziale Mobilität: Schafft niedrigschwellige Mobilitätsangebote für unterschiedliche Nutzergruppen, auch ohne eigenes Auto.
- Werbeflächenpotenzial: Die Fahrzeuge eignen sich als sichtbare Werbeflächen für Sponsoren, kommunale Projekte oder lokale Unternehmen.
Erfolgsfaktoren
Erfolgsfaktoren
- Frühe Abstimmung mit Netzbetreibern und Carsharing-Anbietern zur Standortwahl und technischen Umsetzung.
- Nachfrage vorab ermitteln und Angebot (Fahrzeuge, Ladepunkte) passgenau planen.
- Ladeinfrastruktur zuerst planen: Stellplätze erst vergeben, wenn Ladepunkte bereitstehen.
- Anbindung an den ÖPNV: E-Carsharing an Mobilitätsstationen oder zentralen Haltestellen platzieren.
- Regionale Kooperationen (z. B. mit Nachbarkommunen, Wirtschaft, Landkreis) zur besseren Auslastung und Skalierung.
- Ausreichende Personalkapazitäten für Projektsteuerung und Öffentlichkeitsarbeit bereitstellen.
- Anreize für Nutzer*innen schaffen: z. B. Rabatte, Dienstnutzung in der Verwaltung.
- Marketing & Kommunikation: Sichtbarkeit und Akzeptanz durch gute Öffentlichkeitsarbeit stärken.
- Politik und Verwaltung als Vorbild: Aktive Nutzung durch Mitarbeitende erhöht Glaubwürdigkeit.
Stolpersteine
- Verzögerungen durch fehlende Abstimmungen zum Stromanschluss oder zur Ladeinfrastruktur.
- Unklare Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung bremsen die Umsetzung.
- Fehlende Auslastung zu Beginn, besonders ohne Öffentlichkeitsarbeit oder feste Nutzungsgruppen.
- Begrenzte personelle Ressourcen auf kommunaler Seite.
Ausprägungsformen
- Eigenbetrieb durch die Kommune: Verwaltung stellt Fahrzeuge und betreibt das Angebot selbst oder über städtische Tochtergesellschaften (z. B. Stadtwerke).
- Kooperationsmodell: Zusammenarbeit mit Carsharing-Anbietern (z. B. Fördermittel und Straßennutzung durch Stadt, operative Umsetzung durch Betreiber).
- Genossenschaftsmodell oder Bürger*innen-Carsharing: Organisation durch lokale Gruppen mit kommunaler Unterstützung (z. B. Bereitstellung von Stellflächen).
- In Quartierskonzepte eingebunden: Carsharing als integraler Bestandteil zukunftsfähiger Wohn- und Mobilitätskonzepte, z. B. im Neubau.
Investitionstreiber
- Infrastruktur: Anschaffung und Installation von Ladepunkten, Ausbau der Stromanschlüsse, Beschilderung
- Fahrzeugbeschaffung: Kauf, Leasing oder Bereitstellung der E-Fahrzeuge (je nach Geschäftsmodell)
- Betriebskosten: Wartung, Reinigung, Versicherung, Energie, IT-Systeme für Buchung und Abrechnung
- Öffentlichkeitsarbeit: Maßnahmen zur Nutzergewinnung, Marketing, Infoveranstaltungen
- Raum/Stellplätze: Einrichtung und ggf. Anmietung/Umgestaltung von Carsharing-Stellplätzen
- Integration/Mobilitätsmanagement: Einbindung in bestehende Mobilitäts-/Verkehrsangebote, Schnittstellen-Management
Hinweis: Potenzielle Kosten können durch Fördermittel (z. B. BMDV, KfW, EU-Programme) erheblich reduziert werden.
Quellen
- WiMobil Carsharing und Elektromobilität, Landeshauptstadt München, Kreisverwaltungsreferat, sowie Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin
- Elektromobilität in Kommunen Handlungsleitfaden, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), 2014
- Entlastung von kommunalen Fuhrparks durch lokales E-Carsharing, IÖW, 2020
- E-CarSharing, Bundesverband CarSharing e.V., abgerufen am 22. Juli 2025
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