Biodiversität in der Kommune fördern
- Stand:
- November 2025
- Erstellt:
- Mai 2026
Bewertung・4.0Praxisbeispiele・6
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Nutzen & Mehrwert
- Steigerung der Lebensqualität: Naturnah gestaltete Grünflächen verbessern das Mikroklima, fördern das Wohlbefinden und bieten Erholungsräume für Bürger*innen.
- Nachhaltige Haushaltsentlastung: Extensive, biodiversitätsfreundliche Pflege ist langfristig günstiger als herkömmliche intensive Flächenpflege.
- Beitrag zu Natur- und Klimaschutz: Biodiversität trägt zur CO₂-Bindung, zum Wasserrückhalt und zur Anpassung an den Klimawandel bei.
- Stärkung innerkommunaler Netzwerke: Die enge Vernetzung und Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen fördert Innovationen und gemeinschaftliches Engagement.
Erfolgsfaktoren
Erfolgsfaktoren
- Politische Rückendeckung: Klare Unterstützung durch Verwaltungsspitze und Politik fördert Akzeptanz und Ressourcenbereitstellung.
- Interne Kommunikation und Schulung: Fortbildungen und regelmäßiger Austausch steigern das Wissen und die Motivation der Mitarbeitenden.
- Kooperation mit lokalen Akteuren: Gemeinsame Projekte mit Bürger*innen, Unternehmen, Vereinen und externen Expert*innen begünstigen Umsetzung und Akzeptanz.
- Langfristige Planung und Monitoring: Kontinuierliche Erfolgskontrolle und Anpassung der Maßnahmen sichern nachhaltige Wirkung und Lernprozesse.
- Gute Beispiele und Transparenz: Öffentlich sichtbare positive Beispiele wirken als Motivator und stärken das Vertrauen in die Maßnahme.
Stolpersteine
- Fehlende oder kurze politische Unterstützung: Durch veränderte Mehrheitsverhältnisse kann das Thema ins Abseits geraten und Ressourcen entfallen.
- Mangelndes Fachwissen: Unzureichende Kenntnisse bei Mitarbeitenden erschweren die Umsetzung und führen zu Fehlern in der Pflege.
- Kommunikationsdefizite: Nicht ausreichende Information für Öffentlichkeit und Verwaltung reduziert Beteiligung und Wirkung.
- Zu geringe Personalkapazitäten: Biodiversitätsmaßnahmen erfordern oft mehr Personal- und Zeitaufwand als erwartet, gerade in der Anfangsphase.
- Fehlende Koordination und Monitoring: Maßnahmen ohne klare Ziele, Zuständigkeiten oder Rückmeldung laufen Gefahr, zu versanden bzw. Wirkung zu verlieren.
Ausprägungsformen
- Umwandlung von Rasenflächen zu Blumenwiesen und naturnahes Grünflächenmanagement.
- Anlage und Pflege von Streuobstwiesen als artenreiche Biotope.
- Errichtung von Nistkästen und Quartierhilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten an kommunalen Gebäuden.
- Begrünung von Fassaden, Dächern und Innenhöfen öffentlicher Einrichtungen.
- Ökologische Aufwertung und Entsiegelung von Schul-, Kita- und Spielplatzflächen.
- Renaturierung und Pflege von Gewässern, Feuchtgebieten und Randbereichen.
- Anlage von Totholz- und Steinhaufen zur Förderung der Artenvielfalt in Parks oder auf öffentlichen Flächen.
- Umweltbildungsprojekte, digitale Lehrpfade oder Aktionstage zur Bürgerbeteiligung und Sensibilisierung.
Investitionstreiber
- Anlage und Pflege naturnaher Flächen: Kosten für Umwandlung von Rasen in Blumenwiesen, Bodenvorbereitung und regelmäßige Pflege liegen oft am höchsten.
- Beschaffung und Installation von Nistkästen und Quartierhilfen: Material- und Montagekosten sind relevant, besonders bei großflächigem Einsatz oder speziellen Konstruktionen.
- Gebäude- und Fassadenbegrünung: Investitionen in statische Maßnahmen, Pflanzsysteme, Bewässerung und Wartung können das Budget deutlich beanspruchen.
- Renaturierungs- und Entsiegelungsmaßnahmen: Arbeiten an Gewässern oder zur Aufwertung von Flächen erfordern Baggerarbeiten, Material und Bodenmanagement.
- Personal- und Schulungskosten: Qualifizierung von Mitarbeitenden, Planung und externe Fachberatung sind häufig unterschätzte Kostenpunkte.
- Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligungsformate: Informationsmaterial, Öffentlichkeitskampagnen und Beteiligungsprozesse erhöhen die Sichtbarkeit, aber auch den Ressourcenbedarf.
Quellen
- Mehr biologische Vielfalt in der Kommune!, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), 2022
- Mehr biologische Vielfalt in Städten und Gemeinden, UrbanNBS-Team, 2020
- Biodiversität in Kommunen fördern, Regierungspräsidium Tübingen, 2020
- Biodiversität. Diskussionspapier des Deutschen Städtetages, Deutscher Städtetag Berlin und Köln, 2021
- Kommunale Biodiversitätsstrategien, Kommunen für biologische Vielfalt e.V., abgerufen am 27.10.2025
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