Klimanetzwerk und Community-Formate - Klimafreundliches Verhalten von Bürger*innen fördern
- Stand:
- Februar 2026
- Erstellt:
- Mai 2026
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Nutzen & Mehrwert
- Der gesellschaftliche Rückhalt für Klimaschutz und Klimaanpassung wird gestärkt, weil Bürger*innen sich ernst genommen fühlen und eigene Ideen einbringen können.
- Ein stabiles Netzwerk aus Multiplikator*innen (z.B. Ehrenamtliche, Vereine, Initiativen) wird aufgebaut, die in ihrem Umfeld klimafreundliches Verhalten und Anpassungsthemen weitertragen.
- Bessere Rückkopplung zur Lebensrealität in den Quartieren (Bedarfe, Hemmnisse, gute Beispiele), was die Qualität kommunaler Maßnahmen und Kommunikation verbessert.
- Die Verwaltung wird entlastet, wenn Projekte und Aktionen teilweise eigenständig aus der Community heraus entstehen und die Kommune eher moderierend und unterstützend wirkt.
Erfolgsfaktoren
Erfolgsfaktoren:
- Klare, einladende Rahmensetzung: Das Netzwerk ist offen, freiwillig, niederschwellig – mit verständlichem Zweck („Klimaschutz und Klimaanpassung im Alltag vor Ort“).
- Kontinuität: Regelmäßige Treffen, verlässliche Kommunikationskanäle (Newsletter, Messenger-Gruppe, Online-Plattform) und Ansprechpersonen in der Verwaltung.
- Gute Mischung aus Austausch, Wissenstransfer und gemeinsamem Tun (z.B. Klima-Treff plus konkrete Aktion wie Pflanzaktion, Reparatur-Café mit Energiespartipps).
- Sichtbare Wertschätzung des Engagements (z.B. öffentliche Anerkennung, kleine Budgets, Unterstützung bei Räumen und Öffentlichkeitsarbeit).
- Kooperation mit bestehenden Strukturen (Vereine, Kirchengemeinden, Nachbarschaftstreffs, Bildungseinrichtungen), um Synergien zu nutzen und neue Zielgruppen zu erreichen.
Stolpersteine:
- Unklare Rollen und Erwartungen zwischen Verwaltung und Ehrenamtlichen, die zu Frust oder Überforderung einzelner Engagierter führen können.
- Reine „Stammtischrunden“ ohne konkrete Aktivitäten, bei denen Motivation mit der Zeit abnimmt.
- Zu starke Steuerung „von oben“, die die Eigeninitiative der Community einschränkt, oder umgekehrt fehlende Begleitung, sodass das Netzwerk versandet.
- Mangelnde Diversität der Teilnehmenden (z.B. nur ohnehin stark Engagierte), wodurch wichtige Zielgruppen und Perspektiven fehlen.
Ausprägungsformen
- Regelmäßige Klima-Stammtische oder offene Klima-Treffs in verschiedenen Stadtteilen, ggf. mit thematischen Schwerpunkten (Energie, Mobilität, Ernährung, Hitzeschutz, Regenwasser).
- Nachbarschaftsgespräche und Klima-Dialoge vor Ort (z.B. im Quartierszentrum, Vereinshaus oder Café) zu konkreten Herausforderungen wie Hitze im Viertel, Entsiegelung oder Verkehrsberuhigung.
- Klima-Pat*innen oder Klima-Botschafter*innen, die in ihren Nachbarschaften oder Organisationen als Ansprechpersonen wirken und kleinere Aktionen initiieren (ohne formales Mandat).
- Community-Projekte wie Gemeinschaftsgärten, Tausch- und Repair-Treffen, „klimafreundliche Nachbarschaftsfeste“ oder gemeinsame Mobilitätsaktionen.
- Digitale Community-Formate (Online-Plattformen, soziale Medien, Newsletter), die Informationen bündeln, Mitmachangebote verbreiten und Austausch auch zwischen den Präsenztreffen ermöglichen.
Investitionstreiber
- Personalkosten für Koordination, Moderation, Community-Management, Netzwerkarbeit und die Begleitung von Ehrenamtlichen.
- Aufwände für Organisation und Durchführung von Treffen und Veranstaltungen (Räume, Technik, einfache Verpflegung, ggf. Kinderbetreuung, Moderationsmaterial).
- Kommunikationskosten (Gestaltung von Informationsmaterialien, Pflege von Website/Plattform, Newsletter, Social-Media-Aktivitäten).
- Kleinbudgets oder Mikroförderungen für von der Community initiierte Projekte (Material, Pflanzen, Werkzeuge, Öffentlichkeitsarbeit).
- Ggf. Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote für Engagierte (z.B. Moderation, Projektmanagement, Fachwissen zu Klima- und Anpassungsthemen).
Quellen
- Beteiligung und Mitwirkung im kommunalen Klimaschutz, ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH, 2020
- Erhöhung des Umwelt- und Klimaschutzbewusstseins durch verschiedene Beteiligungsformate aus Klimaschutz in Kommunen, Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH, 2023
- Kooperation und Beteiligung, Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH, abgerufen am 18.02.2026
- KlikKS: Klimaschutz in kleinen Kommunen und Stadtteilen, Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, abgerufen am 18.02.2026
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