Nachhaltige Beschaffung in der Verwaltung etablieren
- Stand:
- Januar 2026
- Erstellt:
- Mai 2026
Bewertung・5.0Praxisbeispiele・4
Bewertungen
Nutzen & Mehrwert
- Mit einer nachhaltigen Beschaffung wird die Verwaltung ihrer Vorbildfunktion gerecht, motiviert Verbraucher:innen ebenfalls nachhaltig einzukaufen.
- Nachhaltige Produkte sind unter Berücksichtigung der gesamten Lebenszykluskosten oft günstiger als umweltschädliche Alternativen (auch wenn sie im Einkaufspreis eventuell etwas teurer sind) und schonen die Umwelt.
- Die Verwaltung kann mit einer nachhaltigen Beschaffung zu einer Verschiebung des Marktes beitragen. Der Einkauf der Kommunen ist somit auch ein Innovationsmotor.
- Durch sparsamen Umgang mit den begrenzten globalen Ressourcen, sowie deren effiziente, nachhaltige Nutzung wird die Umwelt entlasten und zeigt, wie verantwortungsvoller Konsum funktioniert.
- Durch nachhaltige Beschaffung wird der Klimaschutz ins Zentrum des Verwaltungshandels gestellt. Eingesetzten finanziellen und personellen Ressourcen sind sehr effektiv.
- Die regulatorische Entwicklung geht hin zu immer mehr verpflichtender Nachhaltigkeit im Einkauf. Durch frühzeitiges Einführen sind Kommunen gut für Veränderungen gewappnet.
- Bürger*innen erkennen an nachhaltiger Beschaffung, dass Steuergelder gut eingesetzt werden und ernsthaft auf Klimaschutzziele hingearbeitet wird.
Erfolgsfaktoren
- Eine Bestandsanalyse, konkrete Ziele und eine passende Strategie tragen zum Erfolg bei.
- Die Umstellung der eingespielten Arbeitsabläufe auf die Beschaffung nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen erfordert ein aktives Veränderungsmanagement.
- Politischer Rückhalt, beispielsweise durch einen Stadtratsbeschluss, zeigt den Stellenwert und hilft relevante Akteur*innen zu aktivieren. Die Verbindung mit einem übergeordnetem Programm wie SDGs, Klimaschutz oder Kreislaufwirtschaft, hilft strategische Schwerpunkte zu setzen und das „warum“ lebendig zu halten.
- Eine Arbeitsgruppe aus Fachämtern, Vergabestellen, Klimaschutzbeauftragter etc., die sich mindestens halbjährlich trifft, kann Kriterien entwickeln und die Umsetzung vorantreiben.
- Durch Einbindung der Zivilgesellschaft, z.B. Kirchen, Fair Trade Steuerungsgruppe oder NGOs kann Kompetenz und/oder Kapazität eingeholt und ggf. politischer Druck aufgebaut werden.
- Verbindliche Dienstanweisungen oder Produktblätter helfen, die Umsetzung zu vereinfachen.
- Schulungen und Leitfäden müssen regelmäßig angeboten und überarbeitet werden.
- Informationsmaterial über Siegel und Zertifikate unterstützt die Umsetzung in der Verwaltung.
- Klare Zuständigkeiten bspw. bei einer Fachstelle für nachhaltige Beschaffung, die mit entsprechenden Ressourcen ausgestattet ist und beratend zur Seite stehen kann.
Ausprägungsformen
- Die Erstellung von Beschaffungsrichtlinien mit dem Fokus auf ökologische Nachhaltigkeit. Darunter fallen bspw. energieeffiziente, Bio- oder ressourcenschonende Produkte.
- Die Erstellung von Beschaffungsrichtlinien mit dem Fokus auf soziale Nachhaltigkeit. Darunter fallen unter anderem Produkte aus fairem Handel.
- Eine Kombination aus sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit.
- Die nachhaltige Beschaffung kann auch nur einzelne Produktgruppen oder Dienstleistungen betreffen.
Investitionstreiber
- Umfang und Art der Umstellungsaktivitäten
Quellen
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