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Schwammstadt-Elemente umsetzen

Stand:
April 2025
Erstellt:
Mai 2026
Schwammstadt-Elemente umsetzen
Bewertung・4.0Praxisbeispiele・2

Bewertungen

Nutzen & Mehrwert

  • Hochwasserschutz: Schwammstädte sind darauf ausgelegt, Regenwasser effizient zu speichern und zu regulieren, wodurch das Risiko von Überflutungen bei Starkregenereignissen verringert wird.
  • Grundwasserneubildung fördern: Durch gezielte Versickerung von Regenwasser wird der natürliche Wasserkreislauf gestärkt und die Grundwasserreserven werden nachhaltig aufgefüllt. Das trägt zur Sicherung der Trinkwasserversorgung bei und wirkt Wasserknappheit entgegen.
  • Ressourcenschonung: Durch die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung können Kommunen wichtige Wasserressourcen nachhaltig nutzen und die Abhängigkeit von zentralen Wasserversorgungsanlagen reduzieren.
  • Verbesserung des Stadtklimas: Grünflächen und Wasserflächen in Schwammstädten tragen zur Erhöhung der Luftqualität und zur Senkung der Temperaturen in urbanen Gebieten bei. Dies fördert ein angenehmeres Stadtklima und verbessert die Lebensqualität der Anwohner*innen.
  • Energieeinsparungen: Verbesserte Renaturierungsmaßnahmen und die Integration von Pflanzen und Bäumen helfen, die urbanen Wärmeinseln zu reduzieren, was zu einem geringeren Energiebedarf für Kühlung führt.
  • Artenvielfalt fördern: Die Implementierung von Schwammstädten schafft neue Lebensräume für Flora und Fauna, fördert die Biodiversität und macht Städte attraktiver für Einwohner*innen und Besucher*innen.
  • Förderung sozialer Begegnungsräume: Die Schaffung von naturnahen, grünen Aufenthaltsbereichen erhöht die Aufenthaltsqualität, fördert das soziale Miteinander und stärkt die Identifikation der Bürger mit ihrer Kommune.
  • Öffentliches Bewusstsein: Durch die Realisierung von Schwammstädten werden Bürger*innen aktiv in nachhaltige Stadtentwicklungsprozesse einbezogen, was das Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz stärkt.
  • Kostensenkungen: Langfristig können durch effizientere Regenwasserbewirtschaftung die Ausgaben für die Kanalisation und die Kosten für die Bewässerung von Grünflächen gesenkt werden.
  • Langfristige städtebauliche Resilienz: Schwammstädte sind ein integraler Bestandteil der klimafesten Stadtentwicklung, deren Grundlagen auf innovativen Ansätzen zur Adaptation an den Klimawandel basieren.

Erfolgsfaktoren

  • Nachhaltige Stadtentwicklung: Schwammstädte stehen im Kontext einer ganzheitlichen Stadtentwicklung. Ihre Gestaltung sollte auch soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte berücksichtigen, um langfristige Vorteile für die Gemeinschaft zu gewährleisten.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Der Erfolg hängt maßgeblich von der Kooperation verschiedener Akteure ab, darunter Stadtplaner*innen, Architekt*innen, Umweltwissenschaftler*innen und die lokale Bevölkerung. Ein integrierter Ansatz gewährleistet, dass alle Perspektiven und Bedürfnisse berücksichtigt werden.
  • Öffentlichkeitsarbeit und Bürger*innenbeteiligung: Das Bewusstsein und die Akzeptanz in der Bevölkerung sind jedoch nicht zu unterschätzen. Informationskampagnen und Bürger*innenbeteiligungsformate können helfen, ein gemeinsames Verständnis und Engagement für die Initiative zu schaffen.
  • Flächenkonkurrenz und Raumverteilung: Die Umsetzung von Schwammstadt-Elementen erfolgt häufig im Kontext steigender Flächenkonkurrenz, insbesondere in verdichteten Stadtbereichen. Es ist notwendig, Flächen neu zu verteilen und multifunktional zu nutzen, um den Anforderungen von Wohnraum, Mobilität, Grünflächen und Regenwassermanagement gleichermaßen gerecht zu werden.
  • Technologische Innovation: Der Einsatz moderner Technologien zur Regenwassernutzung sorgt für Effizienz und Effektivität. Innovative Lösungen wie durchlässige Oberflächen, Gründächer und dezentrale Versickerungsanlagen müssen entwickelt und implementiert werden.
  • Finanzielle Ressourcen: Die Umsetzung dieser Projekte erfordert eine solide finanzielle Basis. Fördermittel, öffentlich-private Partnerschaften und lokale Investitionen sind entscheidend, um die notwendige Infrastruktur zu schaffen.
  • Umsetzung im Bestand: Die Transformation bestehender Siedlungsstrukturen stellt eine besondere Herausforderung dar. Während Schwammstadt-Maßnahmen im Neubau vergleichsweise einfach zu integrieren sind, erfordert die Nachrüstung im Bestand kreative Lösungen und oft höhere Investitionen.
  • Interkommunale Koordination: Maßnahmen wie Renaturierung von Flüssen oder regionale Retentionskonzepte erfordern Abstimmung mit Nachbarkommunen, was Zeit und personelle Kapazitäten bindet.
  • Qualität des Regenwassers: Bei der Planung von Schwammstadt-Maßnahmen muss die mögliche Verschmutzung des Regenwassers, insbesondere von Verkehrsflächen, berücksichtigt werden. Geeignete Filter- und Reinigungssysteme sind einzuplanen, um negative Umweltauswirkungen zu vermeiden.
  • Pflege und Betrieb: Die langfristige Funktionsfähigkeit von Schwammstadt-Elementen erfordert regelmäßige Pflege und Wartung, etwa von Grünflächen, Mulden oder Versickerungsanlagen. Hierfür müssen geeignete Konzepte und Ressourcen bereitgestellt werden.

Ausprägungsformen

Grüne Infrastruktur

  • Gründächer und Fassadenbegrünung: Pflanzen auf Dächern und Hauswänden speichern und verdunsten Regenwasser, filtern Luft und bieten Lebensraum für Insekten.
  • Begrünte Straßenräume und große Pflanzgruben: Bäume und Pflanzen in Straßen und auf Plätzen speichern Wasser, verbessern das Mikroklima und fördern die Biodiversität.
  • Unversiegelte Innenhöfe und Vorgärten: Flächen mit Rasen, Blumen und Sträuchern ermöglichen die Versickerung von Regenwasser und erhöhen die Aufenthaltsqualität.
  • Grünflächen und Parks: Großzügige, naturnahe Flächen nehmen Wasser auf, bieten Erholungsraum und fördern Artenvielfalt.

Blaue Infrastruktur

  • Versickerungsanlagen und Mulden: Spezielle Mulden, Rigolen und Versickerungsflächen leiten Regenwasser gezielt in den Boden und unterstützen die Grundwasserneubildung.
  • Regenwassermanagementsysteme: Systeme zur Sammlung, Speicherung und Nutzung von Regenwasser, z.B. für Bewässerung oder Sanitärzwecke.
  • Zisternen und Regenwassertanks: Sammeln Regenwasser für spätere Nutzung und entlasten die Kanalisation.
  • Überflutbare Plätze und temporäre Wasserflächen: Öffentliche Plätze und Flächen, die bei Starkregen gezielt Wasser aufnehmen und zwischenspeichern, um Überflutungen zu verhindern.
  • Renaturierte Gewässer und Seitenarme: Naturnahe Wasserläufe und Teiche, die als Speicher und ökologische Trittsteine dienen.

Graue Infrastruktur

  • Schwammartige Bodenbeläge und wasserdurchlässige Pflaster: Materialien wie Rasengittersteine oder Kopfsteinpflaster lassen Wasser versickern und reduzieren den Oberflächenabfluss.
  • Dezentrale Entwässerungssysteme: Technische Anlagen, die Regenwasser lokal aufnehmen, ableiten oder reinigen, z.B. Filteranlagen oder spezielle Abläufe.
  • Straßenrinnen und -abläufe, die Regenwasser gezielt zu Versickerungsflächen oder Baumrigolen leiten: Technische Lösungen zur Steuerung des Wasserflusses im Stadtraum.

Investitionstreiber

  • Topographische Herausforderungen: Die geografischen Gegebenheiten und Bodenbeschaffenheit einer Stadt können die Kosten beeinflussen, da in Bereichen mit schwierigem Gelände umfangreichere Baumaßnahmen notwendig sein können.
  • Flächenumwidmung und Entsiegelung: In verdichteten Innenstädten entstehen hohe Kosten durch den Rückbau versiegelter Flächen (z. B. Asphaltaufbruch) oder den Ersatz durch teure, wasserdurchlässige Materialien wie Rasengittersteine.
  • Die Anzahl und Art der verwendeten Entwässerungssysteme: Innovative Systeme zur Regenwasserbewirtschaftung erfordern Investitionen in moderne Technologien, die initial kostenintensiv sein können, jedoch langfristig Einsparungen bei der Entwässerung bringen.
  • Erschließungskosten für neue Technologien: Die Einführung innovativer Systeme wie unterirdischer Rigolen, Filteranlagen oder digitaler Steuerungstechnik erfordert spezialisiertes Know-how und Schulungen für Planer*innen sowie Betriebsteams. Diese initialen Investitionen in Expertise und Technologie können die Gesamtkosten erhöhen.
  • Langfristige Pflege- und Wartungskosten: Grünflächen, Versickerungsmulden und Reinigungssysteme benötigen regelmäßige Instandhaltung. Die Kosten für Gartenbau, Filterwechsel oder Reparaturen von wasserdurchlässigen Belägen sind dauerhaft zu tragen und werden oft unterschätzt
  • Beteiligung von Stakeholdern und Bürger*innen: Eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung sowie die Einbindung verschiedener Interessengruppen in den Planungsprozess erfordert Ressourcen, die als zusätzliche Kosten berücksichtigt werden sollten.

Quellen

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