Tiefe Geothermie nutzen
- Stand:
- Juni 2025
- Erstellt:
- Mai 2026
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Nutzen & Mehrwert
- Klimaneutrale Wärmeversorgung: Tiefe Geothermie ermöglicht es, ganze Quartiere, Gemeinden oder sogar Städte klimaneutral mit Wärme zu versorgen. Das ist angesichts steigender CO₂-Preise und kommunaler Klimaschutzziele ein wichtiger Standortvorteil.
- Unabhängigkeit von Energieimporten: Kommunen werden unabhängiger von fossilen Brennstoffen und globalen Preisschwankungen, da die Wärme direkt vor Ort gewonnen wird.
- Stabile und kalkulierbare Energiekosten: Die Heizkosten für Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbebetriebe bleiben langfristig stabil und niedrig, was die Planungssicherheit erhöht und die Haushaltskassen entlastet.
- Lokale Wertschöpfung und Arbeitsplätze: Die Wertschöpfung bleibt in der Region, da Investitionen, Betrieb und Wartung der Anlagen vor Ort erfolgen. Dadurch werden neue Arbeitsplätze geschaffen und die lokale Wirtschaft gestärkt.
- Flächeneffizienz: Tiefe Geothermie benötigt vergleichsweise wenig Fläche bei hoher Leistung – ein Vorteil bei begrenzten Flächenressourcen in Kommunen.
- Attraktivität als Wirtschaftsstandort: Kommunen mit klimaneutraler und günstiger Wärmeversorgung werden für Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger attraktiver.
- Grundlastfähigkeit: Die Technologie liefert rund um die Uhr und unabhängig von Wetterbedingungen Wärme und – bei entsprechender Temperatur – auch Strom, was die Versorgungssicherheit erhöht.
- Möglichkeit zur interkommunalen Zusammenarbeit: Geothermieprojekte können gemeinsam mit Nachbarkommunen umgesetzt werden, um Risiken zu teilen und Synergien zu nutzen.
- Reduzierung der Infrastrukturkosten: Durch Verbundleitungen kann Wärme effizient verteilt werden, was die Ausfallsicherheit erhöht und die Wärmegestehungskosten senkt.
Erfolgsfaktoren
- Geologische Voraussetzungen: Gründliche Erkundung und Standortwahl sind entscheidend, da nicht überall geeignete Reservoirs vorhanden sind.
- Akzeptanz und Beteiligung: Frühzeitige, transparente Information und Einbindung der Bürger*innen sind essenziell, um Akzeptanz zu schaffen und Widerstände zu minimieren – insbesondere wegen Ängsten vor induzierter Seismizität.
- Technische und finanzielle Risiken: Hohe Anfangsinvestitionen und das Risiko von Fehlschlägen bei Bohrungen erfordern solide Planung, Fördermittel und gegebenenfalls interkommunale Kooperation.
- Fachkräfte und Know-how: Aufbau von Expertise in Verwaltung und lokalen Unternehmen ist notwendig, um Projekte erfolgreich umzusetzen.
- Langfristige Perspektive: Projekte müssen über Jahrzehnte betrieben und gewartet werden, was eine nachhaltige Planung voraussetzt.
Ausprägungsformen
- Hydrothermale Systeme: Nutzung von natürlich vorkommendem, heißem Tiefenwasser (bis ca. 4.500 m Tiefe, Standard in Deutschland).
- Petrothermale Systeme (Enhanced Geothermal Systems, EGS): Nutzung von heißem Gestein durch künstliche Rissbildung und Wasserzirkulation, bislang in Deutschland kaum verbreitet.
- Kombinierte Wärme- und Stromerzeugung: Anlagen, die sowohl Fernwärme als auch Strom liefern (z.B. mit Kraft-Wärme-Kopplung).
- Interkommunale Projekte: Mehrere Kommunen bündeln Ressourcen und teilen Risiken, wie z.B. bei regionalen Fernwärmenetzen.
Investitionstreiber
- Bohrungen und Erkundung: Die tiefen Bohrungen sind der größte Kostenfaktor; je nach Geologie und Tiefe variieren die Investitionen stark.
- Anlagentechnik: Kosten für Förderpumpen, Wärmetauscher, Kraftwerke und Netzinfrastruktur.
- Genehmigungsverfahren und Planung: Umfassende Planung, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Genehmigungen verursachen zusätzliche Kosten.
- Beteiligungs- und Kommunikationsmaßnahmen: Investitionen in Öffentlichkeitsarbeit, Bürgerdialoge und ggf. Beteiligungsmodelle zur Akzeptanzsteigerung.
- Fördermittel und Finanzierung: Zugang zu Förderprogrammen und Finanzierungslösungen sind entscheidend, um die Anfangsinvestitionen zu stemmen.
Quellen
- Geothermie als Baustein kommunaler Energieversorgung, ENERCHANGE GmbH & Co. KG, 2024, abgerufen am 19.05.2025
- Risiko tiefengeothermischer Projekte, Bundesverband Geothermie e.V., 2024, abgerufen am 19.05.2025
- Nutzungsformen der Geothermie, Geothermie Allianz, abgerufen am 19.05.2025
- Erfolgreiche Wärmewende gestalten, Fraunhofer IEG, 2022, abgerufen am 19.05.2025
- Geothermie für Wärme und Strom, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
- Landkarte: Über 150 Geothermieprojekte mit ingesamt bis zu zwei Gigawatt geplant, Bundesverband Geothermie, 2025, abgerufen am 26.05.2025
- Kommunen sehen große Vorteile in der geothermischen Wärmenutzung, Enerchange GmbH & Co. KG, 2020, abgerufen am 26.05.2025
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