Fairtrade Kommune werden
- Stand:
- Mai 2025
- Erstellt:
- Mai 2026
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Nutzen & Mehrwert
- Stärkung des lokalen Images und Vorbildfunktion: Die Auszeichnung als Fairtrade-Kommune signalisiert gesellschaftliche Verantwortung, Engagement für Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit. Das verbessert das Image der Kommune und positioniert sie als Vorreiterin für nachhaltige Entwicklung.
- Vernetzung und Zusammenarbeit: Die Fairtrade-Town-Kampagne fördert die Zusammenarbeit von Verwaltung, Zivilgesellschaft, Handel, Gastronomie, Schulen und Vereinen. Dadurch entstehen neue Netzwerke, die das gesellschaftliche Miteinander und die lokale Identifikation stärken.
- Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele (SDGs): Kommunen leisten durch Fairtrade einen konkreten Beitrag zur Agenda 2030 und den UN-Nachhaltigkeitszielen, insbesondere zu nachhaltigem Konsum, nachhaltigen Städten und globaler Partnerschaft.
- Zugang zu Beratung, Netzwerken und Fortbildung: Fairtrade-Kommunen profitieren von Beratungsangeboten, Schulungen und regelmäßigen Netzwerktreffen, die den Erfahrungsaustausch und die Weiterentwicklung der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie fördern.
- Bewusstseinsbildung und Bildungsarbeit: Durch Aktionen und Bildungsprojekte wird das Bewusstsein für globale Zusammenhänge, faire Produktion und nachhaltigen Konsum in der Bevölkerung gestärkt – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.
- Nachhaltige Beschaffung und Wirtschaftsförderung: Die Kommune kann ihr Beschaffungswesen sozial und ökologisch ausrichten, was zu mehr Nachhaltigkeit und Transparenz führt. Lokale Betriebe profitieren von der Nachfrage nach fair gehandelten Produkten.
- Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz: Fairtrade fördert umweltfreundliche Produktionsmethoden und unterstützt damit die kommunalen Ziele im Klima- und Umweltschutz.
- Förderung des gesellschaftlichen Engagements: Die Kampagne bündelt und stärkt das bereits vorhandene bürgerschaftliche Engagement und motiviert weitere Akteure, sich einzubringen.
Erfolgsfaktoren
- Klare Unterstützung der Verwaltungsspitze: Ein sichtbares Bekenntnis von Bürgermeister*in und Verwaltungsspitze ist entscheidend. Eine klare Vorgabe – etwa als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie oder per Dienstanweisung – setzt Prioritäten und motiviert die Mitarbeitenden.
- Breite und engagierte Steuerungsgruppe: Eine Steuerungsgruppe, die Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft vereint, ist zentral. Je vielfältiger und engagierter das Team, desto besser gelingt die Koordination und Umsetzung der Aktivitäten.
- Politischer Rückhalt durch Ratsbeschluss: Ein klarer, einstimmiger Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels gibt dem Prozess Rückendeckung und Verbindlichkeit.
- Vernetzung und Zusammenarbeit: Der Austausch mit anderen Fairtrade-Kommunen und lokalen Akteuren (z.B. Weltläden, Schulen, Vereine, Kirchen, Handel, Gastronomie) fördert Synergien und neue Ideen. Netzwerktreffen und Kooperationen stärken die Bewegung und helfen, Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
- Sichtbarkeit und Öffentlichkeitsarbeit: Kontinuierliche, kreative Öffentlichkeitsarbeit macht das Engagement sichtbar, informiert Bürger*innen und motiviert weitere Akteure zur Beteiligung. Dazu gehören Pressearbeit, Veranstaltungen, Informationskampagnen und die Veröffentlichung von Erfolgen.
- Integration in die kommunale Beschaffung: Die faire Beschaffung von Produkten in der Verwaltung und bei öffentlichen Veranstaltungen zeigt Glaubwürdigkeit und schafft praktische Anknüpfungspunkte für das Thema Fairtrade im Alltag der Kommune.
- Bildungs- und Informationsangebote: Bildungsarbeit in Schulen, Vereinen und Kirchen sensibilisiert für globale Zusammenhänge und nachhaltigen Konsum. Aktionen und Workshops fördern das Verständnis und die Akzeptanz des fairen Handels.
- Kontinuierliche Motivation und Weiterbildung: Seminare, Fortbildungen und Erfahrungsaustausch für Mitarbeitende und Engagierte helfen, Unsicherheiten abzubauen und Kompetenzen zu stärken.
- Umgang mit Herausforderungen und Kritik: Offener Dialog mit Kritiker*innen, das Ernstnehmen von Bedenken und das Finden gemeinsamer Lösungen sind wichtig, um Widerstände abzubauen und Vertrauen zu schaffen.
Ausprägungsformen
Fairtrade-Kommunen zeichnen sich durch eine breite Palette an Ausprägungsformen aus – von strukturellen Maßnahmen über kreative Aktionen bis hin zu institutionellen und digitalen Aktivitäten. Diese Vielfalt macht den fairen Handel auf lokaler Ebene für alle Bürger*innen erlebbar und sichtbar: Strukturelle Ausprägungen
- Ratsbeschluss und Steuerungsgruppe: Jede Fairtrade-Kommune verabschiedet einen offiziellen Ratsbeschluss zur Förderung des fairen Handels und richtet eine Steuerungsgruppe ein, die die Aktivitäten koordiniert.
- Einbindung lokaler Akteure: Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft, Handel, Gastronomie, Schulen, Kirchen und Vereinen ist zentral.
Praktische Umsetzungsformen
- Fairtrade-Produkte im Alltag: In Einzelhandel, Gastronomie, öffentlichen Einrichtungen und bei Veranstaltungen werden Fairtrade-Produkte angeboten und verwendet.
- Bildungs- und Informationsarbeit: Schulen, Kitas, Vereine und Kirchen führen Bildungsprojekte, Infoveranstaltungen und Aktionen zum fairen Handel durch.
- Öffentlichkeitsarbeit: Regelmäßige Berichte in lokalen Medien, Social Media-Kampagnen und Aktionen auf Wochenmärkten oder Stadtfesten machen das Engagement sichtbar.
Vielfältige Aktionsformen
- Kreative Aktionen:
- Fairtrade-Stände auf Wochenmärkten
- Verteilung von fairen Produkten (z.B. Bananen, Rosen) an die Bevölkerung
- Informationsstände und Mitmachaktionen bei Stadtfesten oder Sportveranstaltungen
- Interaktive Bildungsmodelle wie das Schokoladenmodell in Geesthacht
- Faire Losbuden, Musik- und Tanzprojekte, Wettbewerbe und Rallyes
- Digitale Sichtbarkeit: Nutzung von Social Media, Online-Kampagnen und digitale Aktionen zur Bekanntmachung der Fairtrade-Aktivitäten.
- Kooperationen: Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden oder Unternehmen, Entwicklung eigener Fairtrade-Produkte oder Durchführung gemeinsamer Events.
Institutionalisierte Angebote
- Faire Beschaffung: Integration von Fairtrade-Kriterien in die kommunale Beschaffung, z.B. bei Kaffee für Sitzungen oder bei städtischen Veranstaltungen.
- Langfristige Bildungsarbeit: Projektwochen, Workshops, Unterrichtsmaterialien und Aktionen für verschiedene Altersgruppen und Bildungseinrichtungen.
Investitionstreiber
- Personal- und Koordinationsaufwand: Die Bildung und Betreuung einer Steuerungsgruppe sowie die interne Koordination (z.B. durch eine Ansprechperson in der Verwaltung) verursachen den größten Aufwand. Hier geht es vor allem um Arbeitszeit, weniger um direkte Kosten.
- Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen: Kosten entstehen durch Informationsmaterialien, Pressearbeit, Social Media, Plakate oder Flyer sowie durch die Organisation von Veranstaltungen, Aktionstagen oder Bildungsangeboten.
- Einkauf fair gehandelter Produkte: Für Sitzungen des Rates, der Ausschüsse und im Bürgermeisterbüro müssen mindestens zwei Fairtrade-Produkte (z.B. Kaffee, Kekse) angeschafft werden. Diese Kosten sind überschaubar, aber dauerhaft einzuplanen.
- Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen: Durchführung von Workshops, Schulprojekten oder Informationsveranstaltungen kann Kosten für externe Referent*innen, Materialien oder Raummiete mit sich bringen.
- Integration in die kommunale Beschaffung: Falls die Kommune den fairen Handel auch in der öffentlichen Beschaffung ausweiten möchte (z.B. für Arbeitskleidung, Blumen, Catering), können die Kosten im Vergleich zu konventionellen Produkten leicht steigen. Der Mehraufwand hängt vom Umfang der Umstellung ab.
- Netzwerk- und Kooperationsprojekte: Investitionen können entstehen, wenn die Kommune gemeinsame Projekte mit Partnerstädten, lokalen Unternehmen oder Vereinen im Bereich Fairtrade initiiert.
Quellen
- Fair Trade Towns International, 2025, abgerufen am 08.05.2025
- Fair Trade Stadt Koblenz, Stadt Koblenz, abgerufen am 08.05.2025
- Fairtrade Towns, Fairtrade Deutschland e.V., abgerufen am 08.05.2025
- Fairtrade-Towns, Deutscher Städte- und Gemeindebund, abgerufen am 08.05.2025
- Fairtrade Town Grafing, Stadt Grafing, 2024, abgerufen am 08.05.2025
- Gute Gründe für faire Beschaffung in der Kommune, Engagement Global gGmbH, abgerufen am 08.05.2025
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