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Smarte Thermostate in kommunalen Liegenschaften realisieren

Stand:
Juni 2025
Erstellt:
Mai 2026
Smarte Thermostate in kommunalen Liegenschaften realisieren
Bewertung・4.0Praxisbeispiele・3

Bewertungen

Nutzen & Mehrwert

Die Implementierung smarter Thermostate in kommunalen Liegenschaften bietet zahlreiche Vorteile für Kommunen, die zur Optimierung der Energieeffizienz und zur Senkung der Betriebskosten beitragen können. Smarte Thermostate sind eine niederschwellige, geringinvestive und effektive Maßnahme, auch im Denkmalschutz, da diese ohne größere bauliche Eingriffe installiert werden können und sich besonders für den Einsatz in Bestands- und denkmalgeschützten Gebäuden eignen.

  • Reduktion CO₂-Ausstoß: Mit der Technologie smarter Thermostate leisten Kommunen einen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie den CO₂-Ausstoß verringern und den Einsatz erneuerbarer Energien optimieren. Dies ist besonders relevant im Kontext der großen Herausforderungen der Energiewende.
  • Energieeinsparungen: Durch den Einsatz smarter Thermostate können Kommunen den Energieverbrauch signifikant reduzieren, da diese Systeme eine bedarfsgerechte Regelung der Heiz- und Kühlungssysteme ermöglichen, was zu niedrigeren Energiekosten führt.
  • Kosteneffizienz: Die Anschaffung smarter Thermostate ist durch staatliche Förderungen oft günstiger, während die langfristigen Einsparungen durch reduzierten Energieverbrauch die initialen Investitionen rechtfertigen.
  • Optimierung der Betriebskosten: Durch die gezielte Steuerung und Überwachung der Heizsysteme können Kommunen ihre Betriebskosten nachhaltig senken, was dazu beiträgt, finanzielle Mittel für andere wichtige kommunale Projekte freizusetzen.
  • Komfort: Intelligente Heizsysteme erhöhen den Komfort in öffentlichen Gebäuden, da sie in der Lage sind, die Temperatur automatisch an die Bedürfnisse der Nutzer*innen anzupassen.

Erfolgsfaktoren

Technologische Integration und Kompatibilität

  • Smarte Thermostate müssen nahtlos in bestehende Heizungsanlagen integriert werden können. Eine sorgfältige Prüfung der Kompatibilität mit den vorhandenen Systemen ist essenziell, um unnötige Kosten und technische Probleme zu vermeiden. Dabei sollte auch beachtet werden, ob die Thermostate händisch steuerbar oder vollständig auf digitale Steuerung angewiesen sind – dies gewährleistet Flexibilität bei Systemausfällen. Zudem spielt die Energieversorgung (batteriebetrieben oder netzgebunden) eine Rolle, besonders unter Berücksichtigung der Gebäudenutzung und gesetzlicher Vorgaben wie §71a GEG, welches ein zentrales Monitoring zur Energieverbrauchsdokumentation vorschreibt. Zentrale Steuerung und Monitoring
  • Eine digitale Plattform zur zentralen Steuerung und Überwachung der Thermostate ermöglicht nicht nur eine effiziente Optimierung des Heizverhaltens, sondern erfüllt auch die Anforderungen des §71a GEG. Dies ist besonders in großen kommunalen Gebäuden entscheidend, wo die gesetzlich geforderte Dokumentation des Energieverbrauchs sichergestellt werden muss. Förderprogramme nutzen
  • Förderungen wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bieten finanzielle Unterstützung für die Nachrüstung smarter Thermostate. Die Inanspruchnahme solcher Programme kann die Wirtschaftlichkeit des Projekts erheblich verbessern. Auch hier sollten die Anforderungen und die Nutzung des Gebäudes berücksichtigt werden, zum Beispiel, ob batteriebetriebene oder netzgebundene Thermostate besser geeignet sind. Schulungen und Sensibilisierung
  • Schulung und Einbindung sind essenziell für die Akzeptanz, die Bedienung der Systeme und die Ausschöpfung des vollen Potenzials.

 

Ausprägungsformen

Smarte Thermostate sind in verschiedenen Ausprägungen erhältlich, die sich durch ihre Funktionalitäten, Steuerungsmöglichkeiten und technische Eigenschaften unterscheiden. Diese Vielfalt ermöglicht eine flexible Anpassung an die spezifischen Anforderungen kommunaler Liegenschaften.

1. Basis-Thermostate mit digitaler Steuerung Diese Thermostate bieten grundlegende Funktionen wie die manuelle Einstellung der Temperatur und programmierbare Zeitpläne. Sie sind kostengünstig und einfach zu installieren, eignen sich jedoch eher für kleinere kommunale Gebäude mit überschaubarem Heizbedarf.

2. Smarte Thermostate mit App-Steuerung Thermostate dieser Kategorie sind durch ein Gateway mit dem Internet verbunden. Sie bieten Funktionen wie Geofencing (Geofencing ist eine Funktion, die den Standort des Nutzers verwendet, um die Heizungssteuerung automatisch anzupassen), bei dem mithilfe von GPS-Daten das Thermostat erkennt, ob sich die Nutzer*innen in der Nähe ihres Zuhauses befinden oder es verlassen haben. Bei öffentlichen Gebäuden wäre hier eher zu berücksichtigen, ob sich Personen in der Nähe des Standortes befinden, nicht im eigenen Zuhause. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Nutzung von Standortdaten einzelner Nutzer*innen überhaupt sinnvoll ist, da in öffentlichen Gebäuden meist ein wechselnder Publikumsverkehr herrscht. Daher ist es meist praktikabler, die Heizungssteuerung an Geschäftszeiten oder Belegungspläne zu koppeln, statt an individuelle Standortdaten. Zusätzlich bieten die Thermostate Funktionen wie die Fenster-offen-Erkennung und die Integration von Wetterdaten zur Optimierung des Heizverhaltens.

3. Thermostate mit Präsenzerkennungssensoren Mithilfe der Sensoren und einem selbstlernenden Algorithmus kann für jeden Raum ein Nutzungsprofil erstellt werden. Registrieren die Sensoren, dass ein Raum nicht genutzt wird, regeln sie die Raumtemperatur automatisiert herunter. Via Online-Plattform können zusätzlich Einstellungen an den Thermostaten auf Raum-, Etagen- oder Gebäudeebene vorgenommen werden.

4. Vernetzte Thermostate mit IoT-Integration Diese Thermostate nutzen IoT-Technologien (Internet of Things) wie LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) oder andere Funkstandards zur zentralen Steuerung großer Gebäudekomplexe. Diese Ausprägungsform ist ideal für kommunale Liegenschaften mit mehreren Gebäuden.

5. Thermostate mit hydraulischem Abgleich Einige smarte Thermostate sind speziell für den hydraulischen Abgleich (technische Maßnahme zur Optimierung von Heizungsanlagen) zertifiziert. Es gibt Systeme, die ein Zertifikat besitzen. Dies ist besonders relevant für kommunale Liegenschaften, da der Abgleich eine gleichmäßige Wärmeverteilung sicherstellt und gesetzliche Anforderungen erfüllt. Zudem profitieren diese Systeme von staatlichen Förderprogrammen wie der BEG. Es muss in jedem Fall geprüft werden, ob eine Förderung in Anspruch genommen werden kann.

Investitionstreiber

  • Die Wahl der Thermostat-Technologie hat einen direkten Einfluss auf die Kosten.
  • Der Grad der Implementierung smarter Thermostate beeinflusst die Gesamtkosten.
  • Die Akzeptanz und das technische Verständnis der der Nutzer*innen spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg.
  • Werden beispielsweise vorhandene Automatismen missachtet, kann dies die Effizienz der Systeme beeinträchtigen.
  • In Schulen sollte zudem berücksichtigt werden, dass Kinder an den Thermostaten spielen könnten, was zu unerwünschten Einstellungen oder Fehlfunktionen führen kann.

Quellen

Praxisbeispiele · 3

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